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Touchscreen-Terminal während des Sonntagsgottesdienstes eingeweiht – Neuheit in der Kirche

Wer am Sonntag die Stadtpfarrkirche betreten hat, mag sich vielleicht gewundert haben, welch seltsames, verhülltes Gebilde im Eingangsbereich stand; dort, wo bislang der Schriftenstand seinen Platz hatte. Lange dürfte die Verwunderung jedoch nicht angehalten haben. In einem feierlichen Gottesdienst teilte Gerd Greier seine Gedanken zur Lesung aus der Apostelgeschichte mit den Gottesdienstteilnehmern. Er ist sich sicher: Würde Saulus - bzw. Paulus – heute leben, würde er mit Sicherheit die modernen Medien nutzen, Neues nicht ablehnen, sondern gewinnbringend für die Verbreitung des Glaubens an Jesus Christus einsetzen. Anschließend klärten Pfarrer Greier, Pastoralreferent und Kur-, Gäste- und Urlauberseelsorger Rainer Ziegler sowie Beatrice Petrik in einem Frage-Antwort-Dialog über die Neuerung im Kirchenraum auf: Ein Touchscreen-Terminal, also eine Art Fernseher, dessen Bildschirm mit Händen und Fingern gesteuert wird. Dieses soll künftig Aufschluss über Gottesdienstzeiten und aktuelle Termine geben, Informationen zur Geschichte und Architektur der Kirche für Touristen und Kurgäste bereithalten und das Seelsorgeteam der Pfarrei mit entsprechenden Gesprächs- und Kontaktmöglichkeiten vorstellen. Das Touchscreen-Terminal trägt den Namen „BerührungsPunkt Herz Jesu: Sehen, Hören, Berühren“ und symbolisiert so die Nähe zum KontaktPunkt, dem Gesprächsladen gegenüber der Stadtpfarrkirche. Seinen Namen hat der BerührungsPunkt vom englischen „touch“, was berühren bedeutet. Den Bildschirm muss man mit den Händen berühren, um ihn zu steuern. Außerdem kann man sich von den Inhalten des Touchscreens be-rühren lassen. „Sehen, Hören, Berühren“ ist ebenfalls im Namen enthalten, da die verschiedensten Sinne des Menschen angesprochen werden. Texte, Bilder, Videos und Hörbeispiele sprechen Augen und Ohren an. Durch das Tippen mit den Fingern wird auch der Tastsinn angesprochen.

Der BerührungsPunkt wurde von Theologiestudentin Beatrice Petrik im Rahmen ihrer Magisterabschlussarbeit nach sinnvollen Anreizen aus der Mediengestaltung, aus Museumspädagogik und Kirchenraumpädagogik konzipiert. Ihr Ziel ist es, Kirchenbesucher zu einer aktiven, persönlichen Begegnung mit dem Kirchenraum einzuladen. „Der Benutzer des Touchscreens soll diesen heiligen Ort, der so anders ist als die Orte, die wir normalerweise gewohnt sind, auf sich wirken lassen, ihn mit allen Sinnen erfahren und erkunden“, so Petrik.

Der Touchscreen bietet einen Kirchenrundgang, ein 360°-Panorama des Innenraums, einen atemberaubenden Drohnenflug über die Kirche, Bildergalerien zur Kirche durch das Kirchenjahr und zu den berühmten Meistermann-Fenstern, spirituelle Impulse, ein Kirchenquiz und ein Kirchenmemory. Für Spaß und Unterhaltung sorgt ein Film zu den Ministranten. Kantor Burkhard Ascherl ist für ein originelles Video in sein Rakoczy-Kostüm geschlüpft und erklärt als Gioachino Rossini die Orgel der Stadtpfarrkirche. Über die Kopfhörer unter dem Bildschirm kann man sich die Glocken der Stadtpfarrkirche, Aufnahmen der Schuke-Orgel oder der Chöre anhören. Finanziert wurde das Terminal durch Rainer Ziegler über die Gäste- und Urlauberseelsorge sowie durch die Kirchenverwaltung.

Im Gottesdienst wurde schließlich der noch mit einem Tuch verdeckte BerührungsPunkt enthüllt, eröffnet und von Pfarrer Greier unter den Schutz des Heiligen Isidor von Sevilla gestellt, Patron für Internetnutzer und Programmierer. Die neugierigen Gottesdienstteilnehmer konnten den BerührungsPunkt nach dem Gottesdienst erstmals nutzen und zeigten sich angesichts der einfachen, intuitiven Bedienung, der nützlichen Informationen und der gelungenen Gestaltung positiv überrascht.

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An dieser Stelle sei auch allen Beteiligten „Danke“ gesagt: Georg Kröber, Ewald Müller, Ursula Summa, Dietmar Hack, Franz Friedel, Hubert und Evi Petrik, Matthias Laus, Benjamin Schwarz, Anna-Sophia und Barbara Stumpf und Burkhard Ascherl.

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