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Pfarrbrief Oktober / November 2020

Extablatt

auf der Titelseite finden Sie ein Bild der österreichischen Künstlerin Anne Seifert,

die über viele Jahre biblische Papierbatiken geschaffen hat im Auftrag des blinden Religionspädagogen Prof. Dr. Dr. Albert Höfer. Albert Höfer hat ihr seine inneren Bilder zu biblischen Szenen beschrieben und sie mit ganz alltäglichen Erfahrungen verbunden.

Wenn Sie sich das Bild vom Durchzug des Volkes Israel durch die aufgestauten und geteilten Fluten des Roten Meeres genau betrachten und mit ihren Augen einen Spaziergang darüber machen, dann entdecken Sie in dem geteilten Wasser unzählige Meeresungeheuer, die das Volk Israel mehr als das Wasser bedrohen. Es sind Meeresungeheuer, die von den vielfältigen Ängsten, Sorgen, Zweifeln, der Wut und Aggression der Menschen erzählen. Für mich passt dieses Bild mit seiner Botschaft so gut in unsere momentane Zeit, in der wir uns mit einer Pandemie konfrontiert sehen und immer wieder in krisenhafte Situationen kommen, die bei manchen alte Ängste, Wut, Zweifel und Sorgen in den Vordergrund schieben, so wie beim Volk. Und so mancher hat das Gefühl, davon verschlungen zu werden und im Augenblick keinen Ausweg zu sehen.

Dem Volk Israel hat das Vertrauen in den Gott den Weg gewiesen, der zusagt: Ich bin da für Euch. Ich zeige Euch den Weg. Auf mich könnt Ihr Euch verlassen. Ich bin vor aller Leistung der Gott, der Euch kennt, liebt, segnet, begleitet. Sie haben auf den vertraut, der vermeintlich Unmögliches möglich macht, der die Grenzen unseres Denkens und unserer Möglichkeiten übersteigt.

Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass wir uns immer wieder neu in diesem Gott festmachen, der uns ins Leben geliebt hat. Er war vor allem und ist der Gott der Geschichte der Menschen und der persönlichen Geschichte jedes einzelnen Menschen. Ich vertraue darauf, dass er uns den Weg durch das Meer der Angst, des Zweifels und der Sorge führt – auch in Zeiten von Corona, in denen wir uns gegenseitig schützen und achtsam füreinander sind.

Seien Sie behütet und beschützt!

Ihre Christine Seufert

 

 

 

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