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Wort zum Sonntag (24.05.2020) von Pastoralreferent Dirk Rudolph

Zum Abschied ein Gebet

Liebe Mitchristen,

die Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten hat einen ganz besonderen Charakter. Jesus hat seine Jünger verlassen. Engel mussten ihnen helfen, den Blick wieder auf die Erde zu richten. Nicht zum Himmel sollten sie schauen.

Doch ihre Fragen blieben. Lässt Jesus sie als Waisen zurück?

Jesus hatte den Jüngern den Geist als Beistand und Lehrer verheißen, der sie in ihrer Trauer trösten werde und er hatte sie ermutigt, in der Bedrängnis standhaft zu bleiben. Schließlich mündete seine Abschiedsrede in ein Gebet.

Jeder Abschied ist für uns etwas Besonderes, obwohl wir wissen, dass wir uns von allem, dem wir uns nähern, irgendwann wieder verabschieden müssen.

Das ist bei Dingen so und erst recht bei Menschen. Der Abschied fällt uns um so schwerer, je mehr Nähe und Gemeinschaft war. Jeder Abschied ist ein Stück Sterben, und Sterben bedeutet Trauer und Schmerz.

Das ist urmenschlich, für die Jünger damals genauso wie für uns heute.

Jesus hatte seine Jünger eigentlich auf seinen Abschied vorbereitet, alles war gesagt, was zu sagen war. Im Evangelium dieses Sonntags überliefert der Evangelist Johannes eine Art Zusammenfassung in der Form eines Gebetes (Joh 17,1-11a). Das ist bemerkenswert.

Jesus wendet sich in der Verabschiedung von den Jüngern an seinen Vater im Himmel. Darum war es ihm in seinem ganzen Leben gegangen: Gott als den Vater bekannt zu machen, mit den Menschen über ihn zu reden. Er ist der befreiende und lebendig machende Gott.

Diese Botschaft vertraut er seinen Jüngern an, damit sie diese weitertragen und seinen Weg weitergehen. Den Weg zu den Menschen.

Deshalb betete Jesus damals für sie. Ihr Denken und ihr Tun sollten den Geist Gottes atmen. Ihr Leben sollte die Welt von innen verändern.

Das Gebet Jesu gilt auch für uns heute, damit unser Denken und Tun vom Geist Gottes geprägt bleibt und wir mit unserem Leben die Welt verändern und neu gestalten können. Immer wieder und zu jeder Zeit. In dieser Gebetstradition leben wir als Christinnen und Christen.

Die Botschaft dieses Sonntagsevangeliums gibt mir Kraft, dem Gebet zu vertrauen. Gerade jetzt in dieser Zeit, wo selbstverständliche Begegnungen und Gewohnheiten fehlen oder nicht möglich sind. Wo ich nicht weiß, wohin mich die Entwicklungen dieser Pandemie führen. Wo ich mich auch von manchem verabschieden muss.

Zum Abschied ein Gebet. Darauf vertrauen, dass nicht alles aus und verloren ist. Darauf hoffen, dass eine neue und nicht eine schlechtere Zeit kommt. Daran glauben, dass wir in Gottes großen Händen getragen sind. Ich muss mir keine Sorgen um mich selbst machen. Das könnte es mir doch einfacher machen, die anderen Menschen und die veränderte Situation anzunehmen.

Auf diese Kraft des Gebetes vertraute auch schon der Verfasser des Psalm 27:

„Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Zuflucht meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen? Mag ein Heer mich belagern: Mein Herz wird nicht verzagen. Mag Krieg gegen mich toben: Ich bleibe dennoch voll Zuversicht. Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen; sei mir gnädig, und erhöre mich! Hoffe auf den Herrn, und sei stark! Hab festen Mut, und hoffe auf den Herrn!“

Wort_zum_Sonntag_24.05.20_Dirk_Rudolph.pdf

Wort zum 5.Ostersonntag 10.Mai 2020 (Muttertag)

Evangelium: Johannes 14, 1- 12

Lesung: 1 Petr. 2, 4-9

Ich hätte, ich wäre … ICH HABE !

Liebe Schwestern, liebe Brüder, liebe Leserinnen und Leser, heute an diesem Sonntag, der auch Muttertag ist,möchte ich mit Ihnen ein paar Gedanken gehen. Viele hätten um den 1. Mai gefeiert, doch die aktuelle Zeit ließ dies nicht zu, deshalb ich hätte, ja vieles findet nicht statt und das ist traurig, doch „Ich habe!“ denn Jesus sagt „Euer Herz lasse sich nicht verwirren“.

Es geht den meisten von uns noch gut, wem nicht, dem wünsche ich gute Besserung. Wir haben ein Dach über dem Kopf, genug zu trinken und zu essen unser Gesundheitssystem klappt noch. Wir dürfen nach draußen, z.B. war dies in Italien und Spanien längere Zeit verboten. Ja, wir haben in diesem ganzen Dilemma noch Glück und deshalb möchte ich den Blick auf unsere Erde richten, denn sie ist absolut systemrelevant. Bin ich systemrelevant ? Viele werden hier mit nein bewertet und die es sind, müssen viel für uns tun, sie sind lebendige Steine im Bau der Welt (vgl. 1 Petr. 2,5)

Alfred Delp: "Die Welt ist Gottes so voll. Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen." Mutter Erde, unsere Mitwelt ist uns anvertraut, deshalb können wir gemeinsam einen Weg aus dieser Krise finden. Wenn wir alle so gut es geht miteinander den Weg gehen, dann gibt es eine Lösung und wir dürfen unsere Welt, es gibt aktuell nur diese EINE nicht vergessen! Aus der Krise müssen wir auch lernen mit allem, auch vor allem der Erde, Gut umzugehen. Zum Schutze der Umwelt und der Gesundheit der Menschen.

Deshalb liebe Schwestern und Brüder, liebe Leserinnen und Leser, ein Gebet für unsere Erde, dass schon 2015 geschrieben wurde:

„Allmächtiger Gott, der du in der Weite des Alls gegenwärtig bist
und im kleinsten deiner Geschöpfe, der du alles, was existiert,
mit deiner Zärtlichkeit umschließt, gieße uns die Kraft deiner Liebe ein, damit wir das Leben und die Schönheit hüten.

Überflute uns mit Frieden, damit wir als Brüder und Schwestern leben und niemandem schaden. Gott der Armen, hilf uns, die Verlassenen und Vergessenen dieser Erde, die so wertvoll sind in deinen Augen, zu retten.

Heile unser Leben, damit wir Beschützer der Welt sind und nicht Räuber, damit wir Schönheit säen und nicht Verseuchung und Zerstörung.

Rühre die Herzen derer an, die nur Gewinn suchen auf Kosten der Armen und der Erde.

Lehre uns, den Wert von allen Dingen zu entdecken und voll Bewunderung zu betrachten; zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind mit allen Geschöpfen auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht.

Danke, dass du alle Tage bei uns bist. Ermutige uns bitte in unserem Kampf für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden.“

PAPST FRANZISKUS (zum Abschluss seiner Enzyklika "Laudato si" Mai 2015 )

Danke an alle Mütter für das Geschenk des Lebens !

Noch ein Tipp die Wasserinitiative Viva con Agua ist eine gute Organisation.

Priester Michael Schmitt, Bad Kissingen

Und wie wunderbar unsere Erde ist können sie auch im Video mit Gebet und Lied sehen:

Strelizie Schmitt Westerngrund

Als Video:

https://youtu.be/u0pREA6L6wY

Als PDF und das Video finden Sie auch auf der Homepage:

https://www.katholischekirchebadkissingen.de/

 

Wort zum 4. Sonntag der Osterzeit von Markus Waite, Pastoralreferent

Kath. Pfarreiengemeinschaft "Sieben Sterne im Hammelburger Land"

Wie die Krise das Danken lehrt

Wir sollten die Situation nutzen, um über unseren Umgang mit Krankheit nachzudenken!
Liebe Christen und Christinnen, das habe ich am Beginn der „Corona-Krise“ in der Zeitung gelesen: in einem Interview mit Kathrin Krimm, der Leitenden Psychologin am Bezirkskrankenhaus Lohr. Natürlich erleben wir gerade einen Extremfall von Krankheit. Völlig anders, als wenn sich ein Einzelner wegen einer schweren Erkältung krank schreiben lässt und deshalb nicht zur Arbeit gehen kann. Aber jede Krankheit zwingt uns, unseren Tagesablauf zu verändern, abzuwägen: Was ist jetzt so wichtig, dass ich es tun muss? Und was kann ich lassen oder zumindest verschieben?

In der Erzählung von der Heilung eines Kranken in der Bibel fragt ihn Jesus: „Willst du gesund werden?“ Und der Kranke antwortet: „Ich habe keinen Menschen!“ (Johannes 5, 1-16)

Da geht es den meisten von uns – Gott sei Dank – anders! „Gott sei Dank“ sage ich, sagen wir. Aber sind wir tatsächlich dankbar dafür, dass jemand für uns da ist? Dass auch in der Krise andere für mich denken und organisieren, für mich und uns sorgen? Und sagen wir auch, dass wir dankbar sind?

Die Psychologin Kathrin Krimm sagte in ihrem Zeitungs-Interview weiter: „Ich empfinde es gerade als ein sehr positives Zeichen, wie Menschen sich gegenseitig unterstützen und sich solidarisieren. Eine Krise lässt uns als Gemeinschaft zusammenrücken.“ Das ist doch ein guter Grund, dankbar zu sein!

In einer anderen biblischen Heilungserzählung kann ein Blinder wieder sehen (Joh 9,1 - 41). Vielleicht hilft uns die Corona-Krise ja auch!? Nämlich dabei, wieder mehr und besser zu sehen. Dazu nochmal die Psychologin: „Für Vieles, was wir als selbstverständlich ansehen, können wir dankbar sein: Wir haben ein sehr gutes medizinisches Versorgungs-System ...“ Und dann erwähnt sie noch ein paar andere Dinge, die eine Zeit lang zwar nicht zur Verfügung stehen, aber sonst immer: „Wir können Konzerte besuchen, haben offene Grenzen; und alles, was wir brauchen, ist verfügbar. Wir dürfen sehr dankbar sein, in einem solchen System zu leben!“ Ich ergänze noch eine Erfahrung von manchen Spaziergängen in den letzten Wochen: Auch unsere Landschaft hier im Saaletal und die Natur, die wieder mit Macht erwacht ist, machen mich dankbar!

Wenn uns das alles bewusst wird, ist das ein bisschen so, wie wenn ein Blinder wieder sehen kann: Er nimmt das Licht neu und ganz anders wahr, er weiß es zu schätzen. Vielleicht hilft mir das Virus dabei, das „Licht“ meiner Welt etwas mehr zu schätzen: das Licht meiner Umgebung, das Licht meiner Kontakte und Beziehungen und das Licht meines persönlichen Lebens mit seinen Möglichkeiten. Das wünsche ich uns allen!
Und ich danke Ihnen, dass Sie meinen Beitrag gelesen haben! Als PDF Wort_zum_4._Sonntag_2020.pdf

Markus Waite, Pastoralreferent in Hammelburg

WortZumSonntag Waite Markus Foto 2020

Predigtimpuls zum Dritten Sonntag der Osterzeit - 26. April 2020 von Pfr. Gerd Greier

 

Es gibt Tage, da ist einfach der Wurm drinnen, da geht alles schief.

Zur Zeit ist rund um die ganze Welt der Wurm drinnen, genauer: der Coronavirus. „Wir alle in einem Boot!“

Aber schon die ganze Zeit ist in der Welt der Wurm drinnen: Soziale Ungerechtigkeit; Gewalt und Kriege; von uns Menschen verschmutzte und zerstörte Erde, Wasser, Luft; der Klimawandel; eine krankmachenden Leistungsgesellschaft; auch in der Kirche; in mir…

 

Und da sind wir mittendrinnen im Evangelium (Johannes 21, 1-14)

Nach dem kurzen Prozeß und der Kreuzigung Jesu ist bei seinen Jüngern der Wurm drinnen.

Sie kommen einfach mit allem nicht mehr zurecht.

Wir sehen Simon Petrus und andere wieder am See von Tiberias, in ihrer Heimat, die sie mit Jesus und für seine neue Bewegung verlassen haben.

Da ist keine Spur mehr von Begeisterung, schon gar nicht von Osterfreude.

Sie probieren wieder ihren gelernten, alten Beruf als Fischer aus; und, ja der Wurm ist einfach drinnen: „In dieser Nacht fingen sie nichts!“ Nicht einmal das klappt noch.

Und da, ganz tief unten, ist Jesus einfach da: Er steht am rettenden Ufer, er steht da, um sie aufzufangen und zu retten, aber sie erkennen ihn und erkennen das (noch) nicht!

Ich darf Vertrauen haben: Jesus ist da - wenn ich ganz tief unten bin; und genaue wie die Jünger erkenne ich ihn nicht und merke davon (erstmal) nichts.

 

Jesus, immer noch unerkannt, spricht sie mit „meine Kinder“ an.

Das ist so liebevoll; das sagt schon alles; das war, das ist seine Botschaft: Wir sind geliebte Kinder Gottes. Und wie die beste Mutter und der beste Vater nicht alles von ihren Kinder abhalten können, aber immr für sie da sind, wo die Kinder einen festen Platz im Herzen haben, immer eine offene Tür, ein offenes Ohr für ihre Kinder und alles für sie tun würden, ja, so ist Gott unser Vater und unsere Mutter und wir seine Kinder.

 

Und Jesus legt die Finger in Wunde: „Habt ihr keinen Fisch zu essen?“

Und sie antworten ehrlich: „Nein!“

Jesus will sie nicht bloßstellen; er ist wirklich interessiert, wie es ihnen, uns, mir geht; was wirklich los ist. Vor ihm darf ich ehrlich sein; ihm muss ich nichts vormachen; er weiß - alles.

Vor ihm darf ich sein - auch mit leeren Händen. Das kann weh tun, das ist aber auch befreiend.

 

Wenn Jesus sagt, sie sollen das Netz auf rechter Seite auswerfen; nicht aufgeben; es noch einmal probieren - anders probieren; dann erlebe ich viele, die das in diesen Zeiten auch tun:

- Zuhause Gott Raum geben/beten

- Zeit zum Nachdenken

- Telefonieren

- Online Konferenzen

- Briefe schreiben

- Zeit nehmen für das, was liegengeblieben ist; was man schon lange nicht mehr getan hat

 

Der Jünger, den Jesus liebte, bemerkt als erstes: „Das ist der Herr!“

Er ist da - wo man gar nicht mit ihm gerechnet hätte!

Das verspricht er uns: „Ich bin bei euch!“ Egal wo ich bin und egal was ist.

 

Das einladende Kohlenfeuer mit Fisch und Brot, das von Jesus vorbereitete stärkende Frühstück, ist fertig und doch nicht ganz fertig: „Bringt von den Fischen, die ihre gerade gefangen habt!“

Die Jünger, wir dürfen, ja sollen dazulegen, was wir „gefangen“ haben, und sei es ein noch so kleiner Fisch; die kleinen Dinge, die mir gelungen sind; erst dann ist alles vollkommen.

 

Übrigens, auch zum Zeitvertreiben, googeln sie mal was es mit der Zahl 153 (Fische) auf sich und in sich haben könnte.

 

Wenn das Netz auch für die Fische sicher mit keiner positiven Erfahrung verbunden ist, für uns kann es ein schönes Bild sein, wenn wir z.Bsp. vom “sozialen Netz“ reden.

Nicht in der Luft hängen; umgeben sein von menschlicher und göttlicher Freundlichkeit, Güte, Hilfe, Treue und Liebe; aufgefangen zu werden: So segnet uns Gott und - Gott will es - werden wir selber ein Segen.

Amen.

Predigt3StgdOsterzeit2020.pdf

„Bitte Abstand halten!“ In diesen seltsamen Zeiten von Corona wäre solch eine Szene undenkbar.

Undenkbar ist - nicht nur für Thomas, einer der Jünger/innen Jesu - auch für uns heute die Vorstellung von der Auferstehung von den Toten und vom ewigen Leben. So hat Thomas auch den Titel „Der Ungläubige“ bekommen. Ich finde „Der Zweifelnde“ wäre treffender. Und ein Spruch sagt: „Der Zweifel ist der kleine Bruder des Glaubens.“ Zweifeln ist nichts Schlimmes; wenn etwas zum Verzweifeln ist, das ist schlimm, zum völligen Irrewerden - auch an Gott.

Und Thomas, der - wie am Ende des Johannesevangliums (Joh 20,14ff) berichtet wird - zweifelt, dass Jesus von den Toten auferstanden ist und sich von der Gemeinschaft der Jünger/innen absondert und nicht mehr zu den Treffen Sonntagsabends kommt, er bekommt von Jesus eine Sonderbehandlung. Da zeigt sich Jesus, wie er zu Lebzeiten war und immer sein wird: Er wäscht dem Thomas nicht den Kopf, sondern ermutigt an, ihn anzufassen und zu begreifen: Das ist wirklich Jesus und er lebt.

Ganz tief legt Thomas den Finger in die Seitenwunde von Jesus. Die Wunden sind noch zu sehen, die Spuren, die das Leben, zu dem auch Leiden gehört, bei Jesus hinterlassen haben. Die Wunden sind verheilt, tun nicht mehr weh. An den „verklärten“ Wunden, daran erkennen sie den echten Jesus.

Jesus legt oft auch die Finger in die Wunden, ganz tief. Aber nicht, um Menschen bloßzustellen oder fertig zu machen, sondern ihnen zu helfen, sich ihrer Wahrheit zu stellen und wirklich geheilt zu werden; eben kein Rumdoktorn oder Trostpflästcheren drauf. Wenn ich ehrlich bin und zugeben kann, wie es in mir aussieht, was mir fehlt, was ich an tiefen Verletzungen in mir oft jahrelang herumtrage, auch an Schuldgefühlen, verinnerlichten Stimmen und Haltungen, die mir nicht gut tun, mich und andere immer wieder verletzen und weh tun, ja dann, kann ich innerlich mal ausräumen, leer werden und mich neu füllen lassen.

Dieses Evangelium von Thomas und Jesus gehört jedes Jahr zum 2. Sonntag der Osterzeit, der den Namen „Weißer Sonntag“ trägt (von den Taufkleidern).

Vielleicht nehme ich mir Zeit und halte Jesus (im Licht einer brennenden Kerze) meine Wunden hin; bin ich IHM gegenüber einfach mal ganz offen und ehrlich - ohne Bewerten, sondern in „liebender Aufmerksamkeit“. An den Osterkerzen sind auch die Wunden Jesu zu sehen - oft mit Nägeln in die Kerze hineingestossen; Gott kann mitreden, denn in Jesus wurde er auch verletzt, hat gelitten, wurde er sogar tödlich getroffen. Doch die Liebe ist stärker als der Tod, als aller Hass, als alles Schlimme und Böse; und „Gott ist die Liebe“ (1 Johannes 4,16).

Übrigens kommt Jesus auch durch verschlossene Türen, zu mir nach Hause und auch wo ich innerlich verschlossen bin, zugemacht habe, was ich oft verdränge und nicht wahrhaben will, was ich niemanden zeige.

Seit einigen Jahren ist das auch der Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit: Er ermutigt uns, durch den barmherzigen Gott, barmherzig mit uns selber und mit anderen umzugehen. Das wäre das beste Glaubenszeugnis, das wir Christen geben könnten; denn wir werden als Christen an der Liebe erkannt; und echte Liebe „ist gütig; handelt nicht ungehörig; trägt das Böse nicht nach; erträgt alles, glaubt alles, hofft alles und hält allem stand!“ (1 Korinther 13,1ff)

Gerd Greier, Pfarrer

Osterlachen - Impuls zur Osternacht 2020 von Pfarrer Gerd Greier

„Das ist nicht zum Lachen!“

sagen wir manchmal, wenn wir - was für uns - Dramatisches erzählen und die anderen das erst noch für lustig halten. „Das ist nicht lustig, da hört der Spaß echt auf!“

Liebe Leserinnen und Leser,

wie ist Ihnen gerade zumute? Manchmal kann einem wirklich das Lachen vergehen; da ist das Leben alles andere als zu spaßen. Ja, es gibt Menschen, die sind durch Ereignisse im Leben völlig verbittert und haben keine Freude an nichts mehr, auch nicht mehr am Leben. Zur Zeit erleben wir - völlig neu für uns alle - eine besondere Zeit, eine Auszeit mit vielen Beschränkungen; manche kommen damit ganz gut zurecht, andere gar nicht.

Manche Kurzvideos, die in diesen Tagen entstehen und durch das Netz geistern, versuchen mit Humor mit dieser Situation umzugehen, nach dem Motto: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht!“ Für uns Christen kommt wieder die Osternacht. Diese Feier beginnt im Dunklen, so wie es manchmal in unserem Leben ist.

Gott ist in Jesus durch die Abgründe des Lebens durchgegangen: Durch Verrat, Verleugnung, Verurteiltwerden, durch Spott (Mobbing) und Hass, Folter und im Stich gelassen werden und sich verlassen fühlen (sogar von Gott selber), in den Tod, ins Grab. So nach und nach kehrt in der Feier der österlichen Nacht das Leben zurück:

  • Mit einer kleinen Flamme das Licht - entzündet am Osterfeuer als Bild der göttlichen Liebe, die immer brennt und leuchtet.
  • Mit Gottes Wort als Ermutigung: Dass aus Chaos Ordnung werde (die erste Erzählung der Erschaffung des Himmels und der Erde nach Genesis 1,1 - 2,2); dass wir durchkommen durch alle Unterdrückung in die Freiheit (vom Zug durch das Rote Meer: Exodus 4,15-15,1); dass wir aufgefangen werden in aller Berdängnis, dass Gott uns nicht verlässt (durch die Worte der Propheten: Jesaja 54,5-14).
  • Mit dem neuen Anstimmen des österlichen „Halleluja's“ und überhaupt durch die Osterlieder, die den Staub von unseren Herzen waschen wollen.
  • Mit der Verkündigung des österlichen Evangeliums, das immer anfängt in todernster Situation von Trauer, Verzweiflung, Ängsten und in Stauen, Jubel und Freude mündet.

 Mit der Weihe frischen Wassers als Taufwasser, das uns reinigen, erfrischen, neu beleben zu Kindern Gottes machen

will, die nicht mit allen Wasser gewaschen sind, sondern mit Jesus, der Quelle des ewigen Lebens.

  • Mit der Danksagungsfeier für unsere Erlösung und der Mahlgemeinschaft mit Christus und seiner Freunde, der Brüder und Schwestern im Glauben

(wir freuen uns, wenn wir die wieder zusammen feiern dürfen).

  • Mit der Segnung der Osterspeisen

Zuhause, um - im Vertrauen auf Jesu Zusage: „Ich bin bei euch“ - es sich schmecken zu lassen und Gott zu spüren,

der uns mit der Wirklichkeit umarmt.

Im Laufe der Zeit kam noch der Brauch des Osterlachens dazu - der „Risus paschalis“. Die Gemeinde soll durch lustige Geschichten und Witze zum Schmunzeln und zum Lachen gebracht werden, damit die österliche Feier unserer Erlösung wirklich uns durch und durchgeht und ganz erfüllt. Der erste, der den Tod auslacht, ist der Völkerapostel Paulus: „Tod, wo ist dein Sieg, Tod, wo ist dein Stachel? Gott sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch unseren Herrn Jesus Christus.“ (1 Korinther 15,55)

Apropos „Gott“. Das erinnert mich an eine Geschichte vor zig Jahren, die mir als Kaplan passiert ist: Ich wollte eine Frau anrufen und am Telefon meldete sich die kleine Enkelin. Als ich sie bat, die Oma ans Telefon zu holen, hörte ich, wie sie ins Haus laut rief: „Oma, Oma, der „kleine dicke Gott“ ist am Telefon!“ Ich war erstmal sprachlos (und das heißt was bei mir!). Später klärte sich das alles auf beim Gespräch mit der „Oma“: Wenn sie mit ihrer Enkelin im Gottesdienst ist, erzählte sie mir, sage sie immer zu ihrer Enkelin:

„Sei leise, da vorne ist der liebe Gott!“ Und wen hat sie da gesehen: Mich!

Ich hoffe, diese Enkelin, die jetzt schon eine junge Frau und vielleicht selber Mutter ist, ist mit ihrem damaligen Gottesbild zurecht gekommen.

Das wäre doch zum Lachen, wenn wir das nicht schaffen würden, was gerade los ist oder noch auf uns zukommen mag. Wenn wir sogar - so österlich erlöst und befreit, den Tod auslachen dürfen, durch den Jesus für uns durch ist und den wir mit der Taufe auf Jesus auch schon hinter uns haben. Bloß nicht den Mut, noch die Hoffnung und schon gar nicht den Humor verlieren.

Frohe und gesegnete Ostern!

Als Video ... https://www.youtube.com/watch?v=pDXQ2wZKVL8&t=15s

Vorschlag für einen Hausgottesdienst an Ostern:

  • Bewusst im Dunkeln anfangen und Dunkelheit aushalten
  • Wenn man einen Garten hat: kleines Osterfeuer in einer Feuerschale (Grill) entzünden und darum versammeln (mit gutem Abstand) – oder in der Wohnung: eine (Oster-) Kerze anzünden
  • in der Bibel die Erzählung vom Auszug aus Ägypten: Exodus 14,15-15,1 lesen und im Herzen nachklingen lassen (oder Genesis 1,1 - 2,2; Jesaja 55,1-11)
  • nachdenken/besprechen: Wie unsere Taufe (unsere Verbindung mit Jesus) uns befreit aus den tödlichen Mächten, die keinem erspart bleiben: neu leben als Kinder Gottes
  • das Osterevangelium lesen: Matthäus 28,1-10
  • ein Osterlied singen (GL 318-338; 775-780) oder von CD/über youtoube ein Halleluja hören
  • Vater unser beten und einander/sich mit dem Kreuzzeichen segnen und Segen an Menschen in Gedanken von Herzen schicken
  • miteinander essen

Impuls_zur_Osternacht_2020.pdf                         Speisesegnung_an_Ostern_Zuhause.pdf

Wort zum Sonntag für den Palmsonntag, 05. April 2020 CIMG8981

Evangelium: Matthäus 21, 1- 11

Hosanna Jesus / Hilfe- oder Jubelruf an Jesus !

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Leserinnen und Leser,

heute feiern wir das Fest Palmsonntag. Alles ist in diesem Jahr etwas anders. Wir können nicht zusammen kommen, so wie damals die vielen Menschen in Jerusalem zusammen gekommen sind. Wir können nicht mit den Menschen Hosanna jubeln. Im Matthäus Evangelium, heißt es so schön, Jesus reitet auf einer Eselin, auf einem Fohlen in die Stadt Jerusalem. Jesus kommt nicht auf einem Prachtpferd sondern bescheiden daher. Das Jesus kommt, darüber haben sich die Menschen sehr gefreut, dass sie große Blätter von den Palmen abgerissen und damit IHM zugewunken haben.

Sie legten Palmzweige und Kleider vor IHM auf den Weg - als Zeichen dafür, dass ein König kommt und die Menschen bekommen einen besonderen König. Einen König der kein Pferd braucht. Einen König, der keinen Krieg führt. Einen König, der niemanden ungerecht behandelt. So einen König schickt Gott den Menschen. Dieser König ist Jesus.

Jesus zieht in Jerusalem ein - Happyend ?

Alle Menschen freuen sich, alle Menschen sind glücklich ?!?

Nein, denn seit 2011 und noch immer herrscht Krieg in Syrien, die kroatische Hauptstadt Zagreb wurde am Sonntag, den 22. März 2020 von einem Erdbeben erschüttert,alle zehn Sekunden stirbt ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Hunger. 822 Millionen Menschen hungern, 2 Milliarden leiden an Mangelernährung. Und wir alle wissen um die Gefahr von Corona.

Wann können wir wieder normal Leben ? Das fragen sich viele, wie geht es nachdem 19. April weiter ? Dürfen wir wieder freier Leben, das Leben teilen, mit- und füreinander ?

LEBEN besteht aus Jubel und Freude, aber auch aus Leiden und Sterben, deshalb gehört die Passion, die Leidenserzählung Jesus auch zu diesem Sonntag. So ist es vom Hosanna dem Sohne Davids! war der Weg nicht weit hin zum „Kreuzige ihn!“ Diesen Weg ist Jesus gegangen, in aller Konsequenz, aus Liebe zu den Menschen, deshalb wurde er Mensch.

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Leserinnen und Leser,

mit dem Palmsonntag beginnt die „Heilige Woche“. Wir sagen auch Karwoche, was Trauerwoche bedeutet. Denn wir erinnern uns an Jesu Leidensweg. Er lebt den Gründonnerstag, den Karfreitag, seinen Tod am Kreuz und kommt zur Auferstehung am Ostertag.

Hosanna Jesus.

Ihnen allen, liebe Schwestern und Brüder, liebe Leserinnen und Leser einen gesegneten Palmsonntag.

Als Video: https://www.youtube.com/watch?v=rxNkPL8UDkc&t=12s

Gestaltung, mal einen Palmstrauß binden:

Am Palmsonntag: Palmzweige schneiden, zu Buschen binden, evtl. mit bunten Bändern verzieren; über die Haus-/ Wohnungstür hängen mit Lob, Stille, Evangelium, Gesang, z.B. Gotteslob 280, 712, 830.


Pfarrvikar Michael Schmitt

Als Pdf Wort_zum_Palmsonntag_2020_II.pdf

und ein Gottesdienst Daheim Gottesdienst_Daheim_05.04.2020.pdf

 

Hier ein Wort zum Sonntag und weiter unten eine PDF für einen Gottesdienst daheim dazu.
Wort zum Sonntag für den 5. Fastensonntag, 29. März 2020 

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