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Dirk Rudolph 2021 01Wort zum Sonntag, 28.02.2021

von Pastoralreferent Dird Rudolph, Pastoraler Raum Bad Kissingen

 

Wenn das Geheimnis durchscheint

Im Evangelium des Zweiten Fastensonntages ist von einer außergewöhnlichen Situation die Rede. Jesus führt Petrus, Jakobus und Johannes auf einen Berg und wird verwandelt, seine Kleider werden strahlend weiß. Dieses Ereignis wird die Verklärung Jesu genannt.

Verklärung - wieder so ein Begriff, den man im täglichen Leben selten oder auch gar nicht mehr verwendet.

Ein Blick ins Lexikon gibt mir drei Bedeutungen von Verklärung: der glückselige Zustand, die Beschönigung und die Verwandlung.

Tatsächlich scheinen die Jünger auf dem Berg in einer Art glückseligem Zustand zu sein. Sie wollen diesen Augenblick, dieses Glück, festhalten.

Vielleicht wollten sie auch die Situation beschönigen, denn kurz vor diesem Gang auf den Berg hatte Jesus zum ersten Mal sein Leiden und die Auferstehung angekündigt.

Und die Verwandlung mit den weißen Kleidern ist offensichtlich.

Auch in unserem Leben gibt es Situationen der Verklärung. Vielleicht nicht in strahlenden weißen Kleidern, aber doch helle Momente.

An welche glückselige Zustände kann ich mich in meinem Leben erinnern? Wo habe ich, nachdem der graue Alltag die Glückseligkeit wieder zugedeckt hat, Situationen beschönigt, um die Verklärung andauern zu lassen? Und wann und wodurch geschah eine Verwandlung?

Neben diesen drei Bedeutungen aus dem Lexikon kommt für mich noch eine vierte dazu. Es ist eher eine Umschreibung. Durch die Verklärung wird das Innerste eines Menschen sichtbar. Sein Geheimnis scheint durch. Seine Herkunft und seine Bestimmung werden offenbar. So wie damals bei Jesus.

Wenn mir ein Mensch gefällt, dann liegt die Anziehungskraft zunächst in dem, was ich schön und gut, freundlich und hell an dieser Person finde.

Wenn ich mich aber wirklich auf einen Menschen einlasse, ihm Weggefährte und Vertrauter werde, dann stoße ich unweigerlich auch auf Dunkelheiten, auf Grenzen, auf Geheimnisse und auch auf Unverständliches.

Diese Erfahrung von Hell und Dunkel macht der Mensch auch mit Gott.

Gott zeigt sich einerseits in seiner schönen, lichtvollen Seite: in der Schöpfung, in der Sorge, im Geschenk seines Segens, in den Wohltaten, die er den Menschen durch Jesus schenkt, in der Verklärung Jesu, die die drei Jünger miterleben dürfen.

Aber derselbe Gott hat auch dunkle Seiten, tut Unverständliches oder lässt es zu, stellt den Menschen vor Rätsel, ohne sie zu lösen oder so zu lösen, wie es der Mensch gerne sehen würde. In einer seltsamen Widersprüchlichkeit offenbart sich Gott den Menschen. Es ist nicht leicht, mit diesem Gott zu leben.

Im Evangelium von der Verklärung wird deutlich gezeigt, wie der Mensch am liebsten mit Gott umgehen möchte, nämlich mit dem hellen Erscheinungsbild Gottes.

Diese hellen Momente sind uns aber nicht immer geschenkt. Um so wichtiger ist es, sich an sie zu erinnern, sie durch das eigene Verhalten immer wieder möglich zu machen und wo das scheinbar nicht geht, dafür zu beten. Ich wünsche uns so eine verklärte Sicht auf unser Leben. Vielleicht wird es ja dadurch hell, wir werden verwandelt und sehen auf einmal alles ganz klar.

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Impuls

Glosse

 
Sationsweg KG Weg 5 b
Mittwoch ist (meistens) mein freier Tag - und eigentlich viel zu kurz! Seit längerer Zeit habe ich das Laufen im Sinne vom schnellerern Spazierengehen für mich entdeckt (hätte ich nie gedacht - und nehme trotzdem nichts ab)…
Am Mittwoch in der Karwoche bin ich in Bad Kissingen zum Stationsberg und habe bei den Kreuzwegstationen für Karfreitag Impulse ausgelegt.
Auf dem Weg zurück Richtung „mal kurz noch in der Herz Jesu Kirche vorbeischauen“, standen Leute vor dem Schaukasten auf dem Vorplatz und studierten die Gottesdienstordnung: Ich rechnete mit dem Schlimmsten - warum heuer so und nicht so und halt „Klagen und Jammern und Schimpfen und Anklagen….“
Und der eine Mann: Hob seinen Finger und zeigte zum Himmel, zum in herrlichstem blau und Sonnenstrahl leuchtenden Firmament: „Ist das nicht herrlich heute?“
Ich war doppelt platt-berührt: Habe mir völlig umsonst schon Gedanken gemacht UND für mach war dieser Mann wie ein Bote Gottes: er führte mich in die Weite!
Ob mir diese Begegnung hilft, mir nicht vorher meistens unnötige Gedanken zu machen und eher alles auf mich zukommen lassen im Vertrauen: „Der Herr steht mir zur Seite?“ -weiß ich nicht; aber  vielleicht wird mir wieder so eine Begegnung geschenkt - als freundliche Erinnerung: schau mal - wie herrlich; dann kann ich meinen, dann oft trotzdem nicht leichten Weg, etwas leichter weitergehen.
Gerd Greier, Pfarrer

 

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