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Impuls zum Karfreitag

von Pastoralreferentin Christine Seufert

Für viele von uns ist gerade alles anders als bisher. Unser gewohnter Alltag läuft nicht. Vieles beschäftigt uns und wir bekommen viel zu hören von Gefahr, Krankheit, Tod und finanziellem Desaster. Manche haben den Kopf voller Fragen, andere zweifeln, haben Angst, Sorge um ihre Existenz.

Da sind wir gerade in dieser Woche in guter Gesellschaft mit den Freundinnen und Freunden Jesu damals vor 2000 Jahren. Sie wussten auch nicht, was geschieht und wurden aus ihrer einigermaßen sicheren, vertrauten, stärkenden Gemeinschaft herausgekickt. Sie sind angespannt und können die Lage nicht einschätzen. So wie wir heute.

Wie geht es weiter?

Was kommt danach?

Haben wir alles verloren?

Die Welt steht Kopf! Die große Welt heute… die kleine Welt der Freunde und Freundinnen von Jesus damals. Menschen sind gestresst und fragen sich, wie lange sie das noch schaffen werden. Worauf können sie vertrauen? Was macht ihnen Mut? Was lässt sie neue Schritte wagen?

Es ist still geworden auf den Straßen und Plätzen. Menschen sind auf Distanz. Ähnlich der Karfreitag. Er ist still. Der Karfreitag ist kein Tag des Wohlfühlens und des bunten Lebens. Er ist still und leise. Der Karfreitag ist ein Tag, der das Leben gegen den Strich bürstet. Vertraute, liebende Menschen stehen unter dem Kreuz Jesu oder in der Nähe. Sie müssen aushalten, was da geschieht, haben keine Macht mehr, können nichts gestalten und mit eigener Kraft verändern. So wie heute: Wir müssen Leid aushalten, Angst, Krankheit, Fragen und Zweifel. Wir müssen die Distanz zu lieben Menschen aushalten und das Alleinsein. So wie das heute Familien aushalten müssen, dass pflegebedürftige Angehörige im Pflegeheim allein sind und vielleicht sogar infiziert. Wir müssen dieses Dazwischen aushalten und die Frage, wie es weiter geht, wenn Ausgangsbeschränkungen langsam aufgehoben werden.

Was wird anders sein?

Ist diese Krise vielleicht eine Chance?

Können wir auf Auferstehung hoffen?

Wir haben den Freundinnen und Freunden von Jesus auf alle Fälle etwas voraus. Wir glauben und versichern uns immer wieder gegenseitig, dass der Karfreitag nicht das Ende ist. Hinter dem Karfreitag strahlt schon sanft die Ostersonne auf. Davon erzählt uns die Johannes-Passion.

Wir wissen, glauben, vertrauen, dass mit dem Karfreitag nicht alles vorbei ist, sondern Gott uns buntes Leben verheißt. Wir feiern die Zusage von Auferstehung. Wir vertrauen, dass Gott alles neu machen will und dass er sich durch die ganze Geschichte der Menschheit immer wieder mit den Menschen verbindet, um Leben zu ermöglichen.

Ob wir heute ein leises Wort des Mutes hören können hinter den lauten Fragen und Sorgen?

Ob wir dieser Zusage von Leben trauen können, wenn wir an Grenzen geraten – an unsere eigenen Grenzen und an die Grenzen anderer oder der Gesellschaft?

Ob wir im Dunkel unserer Alltage das sanfte Licht des neuen Lebens sehen können, das uns auch heute schon leuchtet?

Nutzen wir die Chance, uns miteinander und mit der frohen Botschaft zu verbinden und uns Geschichten vom Leben zu erzählen.

Gebet:

Guter Gott,
ich fühle mich nicht wohl und habe immer wieder Angst. So viele Fragen schießen durch meinen Kopf. Wie geht es weiter? Wie geht es den erkrankten Menschen bei uns und überall?
Ich komme mit all dem zu Dir!
Du bist doch der Gott, der mich von Kindesbeinen an begleitet.
Ich schaue auf deinen Sohn am Kreuz, der all die Ängste und Nöte von uns Menschen selbst durchlebt hat. Und ich sehe die vielen Kreuze in unseren Tagen und die Gesichter der Menschen dahinter.

Guter Gott, ich will glauben, dass Du mir nah bist in deiner Liebe.
Ich will vertrauen, dass Du treu an meiner Seite bist. Ich will hoffen, dass du mich erfüllst mit Lebendigkeit und Liebe.
Gib uns Zuversicht und Mut und lass uns erkennen, was jetzt wichtig ist und zählt.

Du bist der lebendige Gott, der uns befreit und begleitet! Lass uns im Vertrauen auf Dich die nächsten Schritte wagen. Amen.

Als Video ... https://www.youtube.com/watch?v=4l8dSg6qxyo

Als PDF Impuls_zum_Karfreitag_2020.pdf und ein Gottesdienst daheim Gottesdienst_Karfreitag_10.04.2020.pdf

Gedanken zum Gründonnerstag,

9. April 2020 von Diakon Christoph Glaser 

Lesung: 1 Korintherbrief 11,23-26 Evangelium: Johannes 13,1-15

Liebe ist nicht nur ein Wort

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben, liebe Leserinnen und Leser,

Früher gab es am Gründonnerstag oft Spinat zum Essen. So meinten manche, dass der Name „Gründonnerstag“ von der Farbe des Essens kommen muss. Aber die Bedeutung des Tages und sein Name kommen nicht von der Farbe Grün; auch wenn es doch irgendwie mit Essen zu tun hat, worum es heute geht.

Die Worte der heutigen Lesung aus dem 1. Korintherbrief Kapitel 11 verdichten es auf wenige Sätze. Gründonnerstag erinnert an das Abschiedsmahl Jesu mit seinen Freunden. Trennungsschmerz liegt in der Luft. Daher auch der Name vom mittelhochdeutschen „greinen“, also weinen, klagen. Der Karfreitag steht vor der Tür. Der Tod am Kreuz naht.

Jesus bricht mit seinen Freunden das Brot, wie er es oft getan hat. Und doch ist es dieses Mal anders. Das Essen mit den Freunden ist mehr als nur Nahrungsaufnahme.
Es ist Stärkung für den weiteren Weg, damals wie heute.

Während uns die Evangelisten Markus, Matthäus und Lukas von diesem Mahl erzählen, berichtet der Evangelist Johannes vom Geschehen dieses Abends nur: „Es fand ein Mahl statt ...“ (Joh 13,2). Er erzählt uns vielmehr, was davor passiert ist, dass Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hat. Obwohl Johannes über das eigentliche Mahl nichts berichtet, erzählt er damit doch auf großartige Weise, was Jesus seinen Jüngern mit diesem Mahl sagen und zeigen wollte: Abendmahl ohne Fußwaschung, Gemeinschaft im Mahl (Eucharistie) ohne den Dienst der Nächstenliebe ist unmöglich.

Jesu Handeln heute Abend ist ein Lehrstück der Liebe, ist Aufforderung und Mahnung zugleich. Wenn wir nicht bereit sind, einander die Füße zu waschen,2K9B9343 dann können wir den Weg des Christseins nicht gehen.

Hier kommt mir ein neues geistliches Lied in den Sinn. Sie finden es im Gotteslob unter der Nr. 828: „Liebe ist nicht nur ein Wort, Liebe, das sind Worte und Taten. Als Zeichen der Liebe ist Jesus geboren - gestorben - lebendig, als Zeichen der Liebe für diese Welt.“

In einer jüdischen Weisheitserzählung steht die Frage: „Warum begegnen die Menschen heute so selten ihrem Gott?“ Und die Antwort: „Weil sich niemand mehr so tief bücken will.“ Genug Menschen liegen am Boden. Wer sich herunterbeugt und sie sieht, sieht Gott. Die Schöpfung liegt am Boden. Wer sich beugt und sie anschaut, wer sie leiden sieht und die ganze Realität des Leidens ernst nimmt, der sieht Gott.

Es macht mich manchmal sehr traurig, immer wieder an mir selbst feststellen zu müssen, dass ich manchmal zu groß geworden bin für die kleinen Dienste der Liebe – und manchmal zu klein für die großen Dienste der Liebe.

Jesus zeigt uns einen Weg. Er hat uns das Beispiel gegeben – bis in den Tod.

So möchte ich gerade in diesen herausfordernden Zeiten, die vielen Menschen große Sorgen, Ängste und auch Nöte bereitet, allen Männern und Frauen, allen Jugendlichen und Kindern danken, die in ihrer ureigenen Art und Weise, einen Dienst in unseren Gemeinden, in unserer Stadt, in unserer Mitte, in unserer Gemeinschaft tun – klein wie groß.

„Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ So hören wir es in jeder Eucharistiefeier, wenn die Abendmahlsworte gesprochen werden. Es meint auch, dass wir von der Versuchung, übereinander herrschen zu wollen Abstand nehmen, dass auch wir uns zu Dienerinnen und Diener unserer Mitmenschen machen und füreinander da sind. Es geht nicht darum Großartiges oder Vieles zu leisten, sondern aus dem Geist Jesu heraus zu handeln!

Und wie geht das konkret?, könnte man zum Schluss fragen. Vielleicht hilft uns dabei ein Wort, das von Meister Eckhart überliefert ist: „Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart. Der bedeutendste Mensch ist immer der, der dir gerade gegenüber steht. Das notwendigste Werk ist immer die Liebe.“ Jesus hat sie uns an diesem Abend gezeigt.

Diakon Christoph Glaser

Anregungen zur Gestaltung des Gründonnerstages:

- ein eigenes Brot backen für das gemeinsame Abendessen.

- den Esstisch decken mit Brot, Wein (Traubensaft) und festlich schmücken mit Blumen und Kerzen.

- Agapemahl: sich (allein oder gemeinsam) bewusst Zeit zum Essen nehmen, in Gedanken und Gebet verbunden mit allen, mit denen wir eigentlich feiern wollen und in dieser jetzigen Zeit nicht einladen können.

- „Vor dem Essen Füße waschen“: der Hausälteste wäscht den anderen die Füße

--→ Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße. Ein Dienst, der damals von den Dienern der Hausherren durchgeführt wurde. Durch seine Aktion möchte Jesus zeigen, dass er seinen Jüngern, seinen Freunden dienen möchte. Auch wir sollen uns gegenseitig „dienen“.
Wir sollen uns gegenseitig etwas Gutes tun. vgl. Gotteslob Nr. 828 „Liebe ist nicht nur ein Wort!

In der jetzigen Situation ist es eine gute Aufgabe an uns als Familie, aber auch an jeden einzelnen, ob Kind oder Erwachsener, sich gegenseitige etwas Gutes zu tun.

→ Wie kannst du der Familie, deinen Geschwistern, deinen Eltern oder auch Großeltern etwas Gutes tun und eine Freude machen?

- Ölbergandacht am Gründonnerstag im Gotteslob Nr. 702

dazu Lieder Nr. 281-288

  • Nachtwache: wachend und betend durch die Nacht z.B. mit Lebenszeugnissen von Menschen, die in ähnlichen „Ölbergsituationen“ waren: Dietrich Bonhoeffer, Pater Alfred Delp, die Geschwister Scholl, Anne Frank, Schwester Teresia Benedicta (Edith Stein), Pater Franz Reinisch oder Menschen, die aktuell in „Ölbergsituationen“ sind, Kranke, Einsame, Sterbende, Flüchtlinge …

2020-04-09_Impuls_für_den_Gründonnerstag.pdf   2020-04-09_Andacht_für_den_Gründonnerstag.pdf

Als kleiner Gottesdienst ... Gottesdienst_Gründonnerstag_09.04.2020.pdf

Als Video ... https://youtu.be/2khibHwtDVo

 

 

Johannesevangelium 12,1-11
Am Montag der Karwoche begegnet uns wieder Lazarus. Der von den Toten Auferweckte mit seinen beiden Schwestern Maria und Marta. Jesus ist bei den Geschwistern, seinen Freunden, zu Gast in Betanien. Es heißt, sie bereiteten ihm ein Mahl und „Marta bediente“. Ja, sie ist wieder diejenige, die sich um das leibliche Wohl der Gäste sorgt. (s. Lukas 10,3842) Und Maria ist wieder diejenige, die Jesus zu Füßen sitzt. Jetzt aber kommt etwas Außergewöhnliches hinzu: „Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl (wird aus der Wurzel der indischen Nardenpflanze gewonnen), salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt.“
Man spürt förmlich die fragenden und irritierenden Blicke der anderen Gäste im Raum. Wie kann „Frau“ so etwas tun? Judas spricht es schließlich aus. Warum muss ein so wertvolles Öl so verschleudert werden? Man hätte es verkaufen können und die dreihundert Denare an die Armen geben können. Für dreihundert Denare musste zur damaligen Zeit ein Tagelöhner zehn Monate arbeiten. In Wirklichkeit ging es Judas natürlich nicht um die Armen, sondern einzig und allein um das Geld. Diese Schwäche wird ihm noch zum Verhängnis werden.
Blicken wir zunächst auf Maria: Für sie kann das Öl nicht wertvoll genug sein für ihren guten Freund Jesus. Maria verehrt mit dieser Geste Jesus liebevoll als messianischen König. Für Maria ist es im wahrsten Sinne des Wortes ein Liebesdienst für Jesus. Und nichts ist in diesem Moment wichtiger. Nur die Begegnung, die Berührung und die Zärtlichkeit zwischen ihr und Jesus. Sie spürt die Blicke der anderen Gäste nicht, die Konzentration liegt in ihren Händen und seinen Füßen. Liebe – und sonst nichts.
Und Jesus … er lässt es zu, wahrscheinlich schweigt er … und genießt. Liebe – und sonst nichts. Später im Abendmahlssaal wird er es sein, der anderen dient, der anderen einen Liebesdienst erweist.
Jesus weiß aber, dass er die Geste Marias zulassen muss. Deshalb erwidert er Judas: „Lass sie doch! Maria hat damit nur die Salbung für mein Begräbnis vorweggenommen.“ Das, was für Maria der Liebesdienst für einen König ist, ist in Wahrheit die vorweggenommene Salbung eines Todgeweihten.
Eine denkwürdige Botschaft am Beginn der Karwoche, die Salbung Jesu in Betanien.
Gedanken / Gebet zum Tag
Jesus, wie Maria möchte ich zu deinen Füßen sitzen.
Lass mich da sein bei dir.
Berühre mich.
Jesus, du mein König, regiere mein Leben.
Fülle mein Leben – mit Dir.
Amen
Gerade in diesen Zeiten spüren wir, wie schmerzlich es ist, andere geliebte Menschen nicht berühren zu können. Aber warum nicht sich selbst einmal etwas Gutes tun?
Nur wer sich selbst liebt, wird anderen Liebe schenken können.
Deshalb noch ein leib-freundlicher Tipp:
Massieren Sie doch ihre Füße mal mit einem gut riechenden Öl – und vielleicht denken Sie dabei noch einmal an das heutige Evangelium.
Gemeindereferentin Regina Bühner

Auch wenn kein Gottesdienst in der Kirche ist,

viele Kirchen sind passend gestaltet.

DANKESCHÖN und Vergelts Gott an alle 

Künstlerinnen und Künstler.

Hier eine Impression vom Palmsonntag.

Kirchen Palmsonntag 2020 Palmsonntag 2020 II

die österlichen Tage folgen.

 

Also lohnt sich ein Besuch ... !

Palmsonntag im Pfarrhaus

Am Palmsonntag, wie an den Sonntagen zuvor haben die drei Bad Kissinger Priester aus der Hartmannstraße für die Mensche im Pastoralen Raum gebetet und die Messe gefeiert.

Diesen Sonntag ging es auf der Terrasse vom Pfarrer Greier los, Segnung der Palmzweige ... auch das Weihwasser wurde in ALLE vier Himmelsrichtungen zu den Menschen in den Häusern und Straßen versprengt. Mit Weihrauch ging es dann durch das Haus in die Wohnung von Pfarrvikar Michael Schmitt, dort feierten die drei zusammen die Messe und hatten natürlich viele Menschen gedanklich im Herzen dabei, was auch im Gebet immer wieder Anklang fand.

Mit dem Herrn wieder neu in sich, ging es wieder auf die Terrasse wie die Sonntage zuvor, damit mit dem Kirchen läuten um 11 Uhr sich die Seelsorger mit den Menschen im Gebet und Segen verbinden.

Diesen Segen sendeten Gerd Greier, Matthias Karwath und Michael Schmitt zu den Menschen, dies tun sie auch in den kommenden österlichen Tage,

dies ist so sicher wie das AMEN in der Kirche.

Ja, WIR beten mit- und füreinander.

Bleiben sie behütet, gesegnet und gesund.

Ihr Seelsorger aus dem Pfarrhaus in Bad Kissingen

Palmsonntag 2020  

 

Auch in diesem Jahr bitten die deutschen Bischöfe zum Palmsonntag am 5. April 2020 um Spenden für die Christen im Heiligen Land. Die bedrückende Situation vieler Christen in der Region wird durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie weiter massiv belastet. Mit den Einnahmen aus der Spendenaktion werden pastorale Projekte, sozial-caritative Vorhaben und Bildungsprogramme der Kirchen unterstützt. Darüber hinaus engagieren sich der Deutsche Verein vom Heiligen Lande und das Kommissariat des Heiligen Landes der Deutschen Franziskanerprovinz, die die Mittel aus der Palmsonntagskollekte erhalten, auch in den angrenzenden Ländern des Nahen Ostens mit Seelsorge- und Sozialprogrammen.

In diesem Jahr wird die Kollekte nicht in den Gottesdiensten stattfinden können. Mit Sorge blicken die Bischöfe daher auf die Folgen der ausfallenden Sammlungen. „Die Christen dort sind noch deutlich mehr als bisher auf unsere Hilfe angewiesen. Das Heilige Land braucht gerade jetzt unsere Solidarität. Die deutschen Bischöfe rufen die Katholiken in Deutschland deshalb zu einer großherzigen Spende auf“, so Erzbischof Schick.

Hinweis: Die Bischöfe bitten darum, Spenden direkt dem Deutschen Verein vom Heiligen Lande und dem Kommissariat des Heiligen Landes der Deutschen Franziskanerprovinz zukommen zu lassen. Die Kontoverbindung des gemeinsamen Sonderkontos lautet: Deutscher Verein vom Heiligen Lande, IBAN: DE13 3706 0193 2020 2020 10, Pax-Bank,Stichwort: Spende zu Palmsonntag.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite www.palmsonntagskollekte.de, die von beiden Einrichtungen gemeinsam unterhalten wird.

Liebe Leserinnen und Leser,

zum 5. Fastensonntag gehört die Tradition die Kreuze zu verhüllen.5Fastenso

 Es geht auf die Dramaturguie der Heiligen Woche zu.

 Am Karfreitag wird es enthüllt.

Das Fasten mit den Augen soll uns das schon zu vertraute und fast gewöhnliche Kreuzzeichen neu sehen lassen.

Zur Zeit ist unser Leben auch sehr eingeschränkt - Gewohntes, Vertrautes geht und gibt es nicht mehr.

Vielleicht liegt darin die Chance, manches wieder neu zu sehen und zu schätzen.

 Ich überlege, ob ich Zuhause jetzt auch ganz bewusst ein Kreuz verhülle.

 Vielleicht nehme ich mir bewusst Zeit, vor dem verhüllten Kreuz nachzudenken - über Gott, über die Welt, über diese so andere Zeit, über mich und mein Leben, meine Fragen, meine Ängste, meine Hoffnungen und Sehnsüchte….

  • Ich will beten für alle - besonders für alle, die gerade mitten in einem Drama sind (was auch immer).
  • Ich rufe jemanden ganz bewusst an, um zu hören, wie's geht und so für andere dazusein.
  • Ich gebe eine Spende an das kirchliche Hilfswerk Misereor, die das ganze Jahr Menschen beistehen, deren Leben dramatisch ist (schon vor der jetztigen Krise).
  • Ich hoffe, dass wir unser Leben überdenken, manches anders sehen lernen und anders handeln.

 Seid behütet - und auf der Hut:

 Gerd Greier, Pfarrer

 P.s.: Nicht vergessen: Noch gibt es die Zeitumstellung:

Eine Stunde vor - in der Nacht von Samstag auf Sonntag:

Eine Stunde wird so diese Ausnahmezeit verkürzt -

eine Stunde rückt das Leben danach vor…

sehen wir's mal positiv!

Impuls_5_Fastensonntag.pdf

Newsletter in dieser besonderen Zeit…

… in dieser besonderen und für uns alle ungewohnten Zeit habe ich mich entschlossen, den Newsletter mit aktuellen Informationen ein– oder zweiwöchentlich zu erstellen und zu verschicken.

Es gibt in unseren beiden Dekanaten viele Angebote und Ideen, Hilfen und Impulse, wie wir mit dieser besonderen Zeit umgehen können. Diese möchte ich hier veröffentlichen - sofern sie mir bekannt sind.

Wenn Sie Informationen, Hilfen, ...

Blume

https://kg.main-franken-katholisch.de/

Sonder-Newsletter_1.pdf

 

Zuhause bei sich sein - Ein (noch) ungewohntes Phänomen unserer Zeit

"Wir bleiben zuhause" - "Stayhome - Flatten der curve" -

"Wir bleiben für euch da - bitte bleibt ihr für uns zuhause"

So klingen die Motivationssätze, die in den Netzwerken kursieren und Menschen gegenseitig daran erinnern, die geltenden Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus einzuhalten. Zuhause bleiben, Kontakte verringern oder ganz meiden usw. hat immense Auswirkung, finanzieller wie auch sozialer Art, im positiven wie im negativen Sinn.

 Erfreulich war es in der vergangenen Woche für eine Pfarrsekretärin unseres Pastoralen Raums: "Ich habe alle Leute auf Anhieb erreicht, um ihnen die Informationen weiterzugeben. Wie gut, dass jetzt gerade alle zuhause sind!"

Zuhause sein, ein zuhause haben und sich dort wohl fühlen ist lebensnotwendig. Das wird uns gerade mehr denn je bewusst. Doch es stellt uns auch vor so manche Herausforderung:

- weil sich die Partner oder die Familie nur bedingt aus dem Weg gehen kann,

- weil die "vier Wände" auf einmal so kahl oder chaotisch, viel zu klein und beengend wirken,

- weil einem "die Decke auf den Kopf zu fallen" scheint,

- weil die Stille wie ein beklemmendes Gefühl wirkt und keine Antwort gibt,

- wohin mit all den Gefühlen, Gedanken, die aus wortreichen Gesprächsfetzen oder den sich ständig veränderten Nachrichten und Vorgaben nachwirken?

- die Sehnsucht nach Abwechslung, nach den Freunden und geselligen Abenden in der Kneipe oder im Biergarten wächst

- ....

Warum nur fällt es so schwer, daheim zu sein und daheim zu bleiben?

In normalen Zeiten wünschen wir uns ab und an nach einer Zeit, in der wir einfach mal zuhause bleiben könnten. Jetzt erscheint es gar unerträglich.

Normalerweise sind wir auch nur eine begrenzte Zeit zuhause - und dann meist auch mit Alltäglichem beschäftigt:

zum Essen und Schlafen, zum Organisieren des Familienalltags, zum Schreiben von Einkaufszetteln, zum Lesen eines Zeitungsartikels, zum Ausruhen auf der Couch und sich berieseln lassen vom Fernseher, zum Umpacken der Arbeits- oder Reisetasche, zur Mitahme der Sporttasche, um beim Yoga endlich zur Ruhe zu finden ....

Also, eigentlich sind wir daheim - und doch nicht daheim. Gedanklich noch im Tagesgeschäft oder total platt davon, auf dem Sprung zu einer Abendveranstaltung, dem Freizeitprogramm, ...

Nun heißt es: daheim ist daheim. Hier wird gearbeitet und gelernt, gekocht und gegessen, gechillt und die Langeweile vertrieben. Hier werden Gespräche geführt und es kommen unerwartete, bisher unbekannte Themen auf den Tisch. Hier ist man auf einmal mit Dingen konfrontiert, mit dem was tief in mir und in meinen Mitbewohner Platz genommen hat, was immer mitschwingt und - auch unbewusst - beeinflusst. Hier kommen nun innere Wünsche, Sehnsucht, Sorgen und Ängste ans Licht und wollen angeschaut, besprochen, verarbeitet werden.

So etwas kenne ich von Exerzitien - und bin dann dankbar, das Gespräch mit Geistliche*n Begleiter*in führen zu dürfen. So ist wohl auch diese Corona-Zeit eine Form vom "Exerzitien im Alltag"- jedoch unter anderen Vorzeichen!?

Wenn wir also die Zeit des Daheimseins nutzen wollen, bietet sich darin eine Chance, mit dem Grund unseres Daseins in Berührung zu kommen und die Grundfeste zu stabilisieren - wie der kluge Mann, der sein Haus auf Fels statt auf Sand gebaut hat (vgl. Mt 7, 24-27). Dieser Grund, der "ich bin der, ich bin" (Ex 3,14) ist ganz präsent und doch unscheinbar, aufmerksam und zugewandt. Sein Dasein tut gut und bietet uns ein gutes Beispiel für unser Dasein in uns selbst und in unseren häuslichen Gemeinschaften.

Dann wird hoffentlich gelingen, was im Buch der Sprichworter steht: "Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, durch Umsicht gewinnt es Bestand. Durch Klugheit werden die Kammern gefüllt mit allerlei wertvollen, köstlichen Gütern. (Spr 24,3-4)"

Und wenn Sie dabei jemanden brauchen, um Gedanken und Gefühle zu sortieren, sich über den tragfähigen Grund bewusst zu werden, dann melden Sie sich bei einem Seelsorger/ einer Seelsorgerin. Wir sind für sie da - über Telefon oder Mail erreichbar!

Ein gutes Daheimsein wünscht Ihnen Barbara Voll,

Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Bad Kissingen

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Daheim

Daheim fühlen

an einem Ort

braucht seine Zeit

Daheim bleiben

für andere

ist zur Zeit nötig

Daheim sein

bei sich

ist eine wertvolle Zeit

Daheim ankommen

bei Gott

steht am Ende der Zeit.

Barbara Voll

Daheim_sein_-_ein_Phänom.pdf 

Am Mittwoch, 25. März, feiern wir das Hochfest der Verkündigung des Herrn:

Engelsbotschaft

"Ein Bote kommt, der Heil verheißt und nie Gehörtes kündet. 

Die neue Welt aus Gottes Geist wird in der Welt gegründet.

Gott selber kommt den Menschen nah; 

Maria aber gibt ihr Ja. Das Wort wird unser Bruder." 

(Gotteslob Nr. 528 - auch die weiteren Strophen eignen sich zum Beten/Singen und Meditieren).

Ja, in neun Monaten ist schon wieder Weihnachten.

Da passt zum Gebetsläuten früh, mittags und abends besonders das Gebet des "Engel des Herrn" (im Gotteslob steht es unter Nr. 3, 6).

Papst Franziskus lädt an diesem Tag ein, miteinander weltweit sich zum Gebet zu Vernetzen und er wird am FREITAG um 18:00 auch den Segen "Urbi et orbi" "Der Stadt und dem Erdkreis" spenden, mit dem eine Generalabsolution verbunden ist - eine gute Möglichkeit, für alle, die in diesen österlichen Tagen auf das persönliche Sakrament der Versöhnung (die Beichte) leider verzichten müssen.

Zur inneren Vorbereitung kann man im Gotteslob ab Nr. 599 Hilfen finden zur Gewissenserforschung.

In der Stadtpfarrkirche Herz Jesu/Bad Kissingen werden die Glocken mittags zusammenläuten, um an das Hochfest, das gemeinsame Gebet und dem Segen des Papstes zu erinnern.

Verkündigung_des_Herrn.pdf

Gedanken von Pfarrer Gerd Greier zur „Sonntagspflicht“ und zur „Sonntagssehnsucht!“

Bischof Dr. Franz Jung hat für die Katholiken im Bistum Würzburg bis zum 19. April die Sonntagspflicht ausgesetzt!“ so wurde es am 13. März veröffentlicht - und da war noch nicht abzusehen, wie die momentane Lage sich verschärft und verschärft wird: Verbot von öffentlichen Gottesdiensten und Ausgangsbeschrenkungen.

Beim ersten mal Hören und Lesen konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen: „Ach, die gibt’s ja noch, die Sonntagspflicht!“ Natürlich wusste ich das; dachte aber bei mir: Jetzt können die 90 %, die sowieso nicht mehr kommen (aus verschiedenen Gründen) mit ruhigem Gewissen daheim bleiben und jetzt auch der „Heilige Rest“ (wobei „heilig“ zeigt sich nicht nur am Kommen zur Kirche, von daher gibt es bei den 90 % und bei den 10 % „Heilige“ und „Nicht-So-Heilige“.

Warum sprechen wir nicht von der „Sonntags-SEHNSUCHT“?

Sehnsucht nach einem Tag der Unterbrechung, Zeit zum Ausruhen, für Gemeinschaft, zur Erholung, für das, was ich gerne tue, wozu ich aber oft nicht komme….. 

Sehnsucht nach Gott, nach der gemeinsamen Feier unserer Erlösung durch Jesus Christus, nach Hören der Frohen Botschaft, nach gemeinsamen Singen und Beten, nach Begegnungen, nach der Begegnung mit Christus im Heiligen Brot, nach Segen, nach Neu-Gesendet-Werden in die Welt hinein, um Segen zu bringen…

Jetzt ist uns allen eine Zeit der Unterbrechung angeordnet - und das ist sinnvoll und verantwortungsvoll - es geht um Leben (schauen wir nur nach Italien)!

Ich sehne mich (mit vielen anderen) nach dem Tag, an dem wir wieder gemeinsam uns treffen und Gottesdienste feiern können.

Bis dahin halte ich diese Sehnsuch hoffnungsvoll lebendig und sie hält mich lebendig.

In einem Psalm heißt es: „Meine Seele dürstet nach dir, dem lebendigen Gott!“

Diese Sehnsucht kann und will Gott jetzt schon und gerade in diesen Tagen ganz persönlich stillen - und deswegen bete ich Zuhause (alleine und mit der Pfarrhausgemeinschaft) - im Vetrauen:

Gott ist da, er ist vertraut mit mir und meinem Innersten, er hat Sehnsucht nach mir und will meine Sehnsüchte stillen. Stellvertretend halte ich ihm die Sehnsüchte so vieler Menschen rund um die Erde hin und schließe Euch und Sie in mein Gebet mit ein - und IHR bitte auch mich und uns und andere.

„Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand!“

 Ihr/Euer Gerd Greier

 Passende Gebete und Lieder zur Sehnsucht aus dem Neuem Gotteslob sind: 616 1+2; 814; 820

Impuls zum Evangelium vom 4. Fastensonntag: Joh 9,1-41 https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2020-03-22

In Würzburg gibt es ein Café, wo man im ersten Stock vor einer Glaswand sitzt und schön das Geschehen auf dem Marktplatz beobachten kann. Da oben war ich vor ein paar Wochen gesessen. Dabei habe ich die Leute beobachtet, die da unten vorbeigegangen sind: Junge Studenten, die von ihren bescheidenen Zimmern in der Pleich kamen und raschen Schrittes zur Uni liefen; ein Herr mittleren Alters schob eine Frau im Rollstuhl vor sich her; ein Einzelner, offenbar Verwirrter, predigte laut zu Leuten, die gar nicht da waren; eine junge Frau, die nicht sehen konnte, ging überraschend schnell über die Straße, wo eben noch die Straßenbahn vorbeifuhr.

Ich dachte mir: Das Leben passt in keine Schablone! Wer denkt nach? Wer fragt nach dem Sinn? Wer hinterfragt die Plausibilitäten, die uns die Werbeplakate vom Leben vorgaukeln?

Der Blinde in Joh 9 wird uns nicht mit Namen vorgestellt. Vielleicht, weil er für uns alle steht: Der Blinde wird durch die Begegnung mit Jesus zum Sehenden – nicht nur vordergründig, sondern in einem noch tieferen Sinn werden ihm die Augen geöffnet. Und zwar gerade durch die Auseinandersetzung mit den Skeptikern, die an ihm herummäkeln, ihn als „Asi“ ansehen. Erst sagt er: „Ich weiß es nicht“, wer mich geheilt hat. Dann vermutet er: „Er ist ein Prophet“. Als nächstes wird er ironisch: „Ob er (Jesus) ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehe… Wollt etwa auch ihr seine Jünger werden?“ Schließlich bricht es aus ihm heraus: „Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.“

Der Evangelist fasst den unerhörten Rollentausch in die Worte, indem er Jesus sagen lässt: „Um zu richten bin ich in diese Welt gekommen: damit die nicht Sehenden sehen und die Sehende blind werden. – Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies. Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind?“ – Man würde erwarten, dass Jesus nun antwortet: „Genau! Ihr habt es erfasst! Ihr seid blind und merkt es nicht!“ Aber die Antwort lautet anders: „Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde.“

Weg von der Täuschung – hin zum richtigen Sehen, durch die Begegnung mit Jesus! Ob nicht die gegenwärtige Krise im Zusammenhang mit dem Corona-Virus manchem die Augen öffnen könnte? Manchen Selbstbetrug entlarven könnte? Was ist das Leben? Was ist sicher, was ist Illusion? – Ich trinke meinen Kaffee und denke darüber nach.

Edwin Ziegler, Pfarrer

als PDF Fastensonntag_4_Impuls.pdf

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